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Montag, 29 August 2016 12:00

Schranz ist tot! Oder doch nicht?

geschrieben von Zak McCoy

Von diesem Mythos hat sicher jeder schon ein mal gehört, Schranz ist tot! Das dürfte so ca seit jener Zeit rumgehen als Schranz schneller wurde als die damals ursprünglich, von Chris Liebing, beschriebene Definition. (Siehe Video)

Eigentlich müsste man den Sound den man heute als Schranz kennt eher als sowas wie Gabberschranz nennen, weil es im Prinzip die Mischung aus jenem dreckigen distortionlastigen 140Bpm Techno Sound und Gabber ist.
Der Begriff "Schranz" hat sich irgendwie in der Hardtechnoszene ein Standing verschafft, welches bis heute sowohl wohlwollend aufgenommen wird, als auch abgelehnt, Hardtechno heißt das! Wie auch immer!

Heute merkt man, dass der Begriff Schranz noch immer rum geht, mehr verwischt und teilweise unklar definiert! Die Hardsound-Jugend schranzt gern, feiert jedoch eigentlich auf Tekkpartys ohne sich Gedanken über das Wort und dessen Entstehung zu machen, klingt halt cool und passend. Wenn man von den Wortzusammensetzungen schreien und tanzen ausgeht, passt das aber dann müsste man ebenso auf einem Rockkonzert schranzen können.

Was ist aber gemeint mit Schranz ist tot?

Ist es wie damals gemeint als der Begriff seinen Ursprung verloren hat oder ist es jener "Gabberschranz" der den Begriff für sich annektiert hat? 

Ersteres, denke ich, mag damals gestimmt haben, heute sehe ich die Entwicklung vor allem im Technogenre eher dort zurückkehrend, Techno wird dreckiger und härter nur ca. 10-15BPM langsamer als der eigentliche damalige "Schranz".

Beim zweiteren also dem Gabberschranz, gibt es nach wie vor noch! Vor allem im Ausland weiß man den Begriff Schranz zuzuordnen. Zum Beispiel fragt der spanische Tourist speziell nach Schranzpartys statt nach Hardtechnopartys. Hier zu Lande ist die Musikrichtung in den letzten Jahren stark zum Randgruppentechno tangiert, viele der damals Genre bekannten Künstler haben sich musikalisch anders orientiert. Der deutsche Schranzmarkt ist daher heute sehr klein und überschaubar, unstrukturiert, nur sehr regional formiert und vor allem mit recht wenig Beachtung geduldet.

Ich denke das liegt vor allem daran, dass es keine richtigen zentralen Anlaufstellen mehr gibt, man hat nur wenige Acts an denen man sich orientieren kann, der Einstieg ins Genre ist schwerer geworden weil die überregional und genreübergreifend bekannten Acts fehlen. 

Dennoch gibt es einen Aufwind, der Sound findet langsam aber sicher den Weg zurück, zumindest habe ich das Gefühl, das sich die Szene lange genug gesund geschrumpft hat um jetzt erneut durchstarten zu können. Partys gibt es ja wieder einige mehr und der Clubgenerationswechsel bringt neue Interessenten mit sich, ganz abgesehen davon verstehen die Schranzer mittlerweile sich mit den Social Medien zu arrangieren.

Was jetzt noch fehlt ist, dass innerhalb der Szene mehr gemeinsame Projekte oder größere Interessengemeinschaften gebildet werden. 
Ich hoffe, dass nicht wieder so eine Bootlegschwemme kommt, wo einfach jeder Charthit zum Schranzbootleg verwandelt wurde, was man derzeit aus dem Tekkbereich gut kennen dürfte.

In diesem Sinne bleibt eigentlich nur eines zu sagen: Schranz ist tot, es lebe der Schranz!

ich bin gespannt wie ihr darüber denkt!

Zak

Edit: da es verwirrend ist bei soviel rumgeschranze, habe ich noch eben 4 Beispielmusikwerke herausgesucht:

1 Schranz nach Chris Liebing Definition

2 Schranz der die damalige Definition ablöste, welchen ich hier als Gabberschranz betitelte:

3 Was heute unter Schranz (Hardtechno heisst das!) verstanden wird

4. Gabba

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